Die Lozuka GmbH wurde im September 2016 – damals noch unter dem Namen Lokaso GmbH – aus der billiton internet services GmbH mit Sitz in Siegen heraus gegründet und bietet nun eine cloud-basierte Plattform für regionale Webkaufhäuser bzw. lokale/regionale Online-Marktplätze. Im Herbst 2018 änderte das Unternehmen sein als Franchisemodell angelegtes Vertriebsmodell für eine Local-Commerce-Infrastruktur von Lokaso in Lokuza (Lokal zuhause kaufen).

Schwerpunktmäßig konzentriert sich der Infrastrukturgeber auf Regionen unter Einschluss mehrerer Städte bzw. Gemeinden. In Siegen mit einem Pilotprojekt gestartet, waren für 2018 weitere zehn Lozuka-Marktplätze angekündigt. Allerdings konnte man dieses selbst gesteckte Ziel nicht halten. „Lokaso Bigge“ etwa wurde im Sommer wieder eingestellt, weil es dem Betreiber nicht gelang, die Händler vor Ort für die Idee zu begeistern (siehe Westfalenpost online vom 26. Juni 2018). Auch München, das Isartal und Donaueschingen standen auf dem Roll-out-Plan (vgl. Lokaso.Connect, 3. Ausgabe/2017, S. 18).

Neben Siegen sind gegenwärtig (Stand: Oktober 2018) nur die Mittelstadt Arnsberg, das industrielle Herz des ländlichen Sauerlands, mit dem Lozuka-Marktplatz live. Für 2019 sind nun Lozuka-Marktplätze in Emsaue, Spremberg, Isartal und Emmendingen angekündigt.

Ausdrücklich hat man sich nicht für eine White-Label-Lösung entschieden, sondern versucht die Marke Lozuka als Zugpferd aufzubauen, nicht zuletzt um mögliche interregionale Synergien – etwa bei der Sortimentsbreite – zu erzielen. Ist also in einer Region ein bestimmtes Produkt nicht lieferbar, werden Händler der nächstgelegenen Lozuka-Region abgefragt. Die Namensänderung hat diese Ambitionen leider etwas in Mitleidenschaft gezogen.

Die technisch-konzeptionelle Ausrichtung des Marktplatzes entspricht im Weitesten den Standards anderer Infrastrukturgeber des Local Commerce wie zum Beispiel atalanda. Mit der „Guten Fee“ aber hat Lozuka ein rhetorisch überzeugendes Element für den Kümmerer der lokalen bzw. regionalen Initiative gefunden. Überzeugend sind auch die Werbeunterlagen und die Aufbereitung der Informationsbroschüren. So liegt an Lozuka-Ständen auf Messen und Veranstaltungen beispielsweise das „Magazin für den regionalen Onlinehandel“ Lozuka.Connect aus. Auch PR-seitig verstehen die Geschäftsführer Patrick Schulte und Thimo Eckel ihr Handwerk.

Lizenzmodell für Betreibergesellschaften in den Regionen

Lozuka überzeugt aber vor allem mit einem durchdachten Vertriebsmodell. Für die Marktplatztechnologie samt Service- und Lieferkonzept sucht die Lozuka GmbH Lizenznehmer als lokale Betreibergesellschaften. Marketing vor Ort, Händler-Akquise, Kümmern (der Job der „Guten Fee“) obliegt dann der Betreibergesellschaft bzw. denn Projektpartnern des jeweiligen Standorts. Dies betrifft auch das entsprechende betriebswirtschaftliche Risiko.

Die einmalige Startgebühr für neue Regionen beziffert Lozuka – je nach Einwohnerzahl – auf 8.600 bis 42.600 Euro. Die laufenden Lizenzkosten betragen 60 Euro monatlich pro Händler.