Schuhe24 ist eine Erfolgsgeschichte der deutschen Einzelhandelslandschaft. 2014 von Dominik Benner in Hofheim am Taunus gegründet, finden sich auf dem Online-Marktplatz mittlerweile über 100.000 Paar Schuhe, die europweit versendet werden. Sie werden jedoch nicht aus einem Zentrallager heraus zum Kunden gebracht, sondern über jeweilige stationäre Schuhfachgeschäfte und deren Filialen, die per Schnittstelle zur Kassen- und Warenwirtschaft an den Marktplatz angeschlossen sind. Der Unternehmenssitz der Schuh Benner GmbH & Co. KG, die Schuhe24.de betreibt, ist mittlerweile Wiesbaden.

Unter dem Motto „Meine Schuhe, meine Stadt“ hat sich Schuhe24 mittlerweile als Nummer 3 des deutschen Online-Schuhmarktes hinter Amazon und Zalando eingereiht. 2018 will man den Umsatz auf 50 Millionen Euro schrauben.

Letztlich spielt das Unternehmen mit dem Marktplatzmodell konzeptionell in der gleichen Liga wie Schuhe.de der ANWR. Anders aber als die Online-Lösung der Verbundgruppe findet sich auf Schuhe24.de (noch) keine Übersichtskarte mit den angeschlossenen lokalen Geschäften samt Marktplatzprofilen. Europaweiten Kunden dürfte der Bezug zum lokalen Händler ohnehin egal sein, solange Preis, Service und Sortimentsbreite des Marktplatzes überzeugen.

Dennoch wird das Wiesbadener Unternehmen nicht müde, die Bedeutung seiner Online-Lösung im Kampf um Umsatzanteile des stationären Schuhandels gegenüber dem Online-Pure-Geschäft zu betonen:

„Jede Bestellung sorgt dafür“, heißt es auf der Website, „dass der Umsatz nicht bei irgendeinem Online-Giganten landet, sondern bei einem lokalen Händler vor Ort. So hat der Händler im Dorf oder in der Stadt mehr Umsatz und kann seine Mitarbeiter, Steuern und Abgaben zahlen. Die Innenstadt bleibt so erhalten und die Geschäfte können durch Deine Käufe überleben.“

Das Umsatzplus beteiligter Schuhe24-Händler wird mit 15-25 Prozent beziffert.

Brückenlösungen zwischen on- und offline

Stationäre Händler profitieren aber nicht nur in Sachen Online-Vertrieb. Schuhe24 kümmert sich neben Bestell- und Zahlungsabwicklung, Datenpflege und Fotomanagement auch um smarte Verkaufslösungen am PoS:

  • Mithilfe der verlängerten Ladentheke können Schuhe24-Händler einen Schuh aus dem Bestand eines anderen Händlers ordern, um stationäre Kunden bedienen zu können, wenn diese in der Filiale vor Ort einen Schuh möchten, jener aber nicht vorrätig ist. Durch die Ladentheke von Schuhe24 kann direkt die fehlende Größe bei anderen Händlern bestellt werden, der Kunde erhält ihn an seine Adresse zugesendet oder in die Filiale. So wird vermieden, dass man stationäre Kunden verliert, nur weil eine Größe nicht vorhanden ist.
  • Das digitale Schaufenster ist ein Bildschirm bestehend aus einer berührungsempfindlichen Folie, welcher auf das Schaufenster aufgebracht wird. Das digitale Schaufenster ermöglicht Kunden nach Ladenschluss im Warenangebot zu stöbern und Käufe zu tätigen.