Der lokale Online-Marktplatz lokalschatz.de ist eine Initiative des Pforzheimer Medienhauses J. Esslinger GmbH & Co. KG. Mit der Pforzheimer Zeitung ist man im Printbereich Marktführer in Pforzheim, im Enzkreis und in angrenzenden Gemeinden und setzt daher verstärkt auf die crossmediale Vermarktung der Online-Plattform. Sowohl mit einer Landing-Page auf dem Online-Ableger PZ-News.de als auch mit einer umfangreichen Beilage in der Pforzheimer Zeitung mit einer Auflage von 34.000 Exemplaren versucht man dem Marktplatz mit Schaufenster-Charakter und Reservierungsfunktion Reichweite zuzuführen.

Der Marktplatz wurde im September 2016 mit 36 Teilnehmern gelauncht, im März 2017 waren es 58, im Juli des gleichen Jahres 64, wobei sich ein Großteil der Akteure aus Pforzheim rekrutiert. Nach eigenen Angaben wollte man noch im ersten Halbjahr 2017 die 100-Teilnehmer-Marke erreichen, im Februar 2018 waren es jedoch immer noch nur 71 Profile. Und im Juni 2018 beträgt die Zahl der Profile 75.

Laut Thomas Satinsky, dem geschäftsführenden Verleger der Pforzheimer Zeitung, sind rund 20 Mitarbeiter im PZ-Medienhaus in die Betreuung der Plattform eingebunden (Quelle: PZ-News.de v. 22. Februar 2018). In einem Interview mit der CIMA vom 28. Mai 2018 äußert sich die Lokalschatz-Projektmanagerin Andrea Künkele zum Status quo der Digital-Initiative des Verlagshauses. Demnach wurde die Online-Plattform in 16 Monaten von rund 75.000 Nutzern besucht. Diese generierten 200.000 Seitenaufrufe, von denen rund 50 % auf mobile Endgeräte zurückzuführen sind. Die stärkste Nutzergruppe sind die 25- bis 34-jährigen (23 %), gefolgt von den 35-44 Jährigen (20 %).

Bewertung durch LocalCommerce.info

Gelungene Umsetzung

Das Design der Plattform ist durchdacht. Mit lokalschatz.de wagt man sich auch an die Etablierung einer wirklichen Online-Marke heran. Besonders hervorzuheben ist die klare Struktur. Diese allerdings fällt bei einer rein angebotszentrierten Plattform, auf der Händler max. 50 Produkte als Check & Reserve Items präsentieren können, auch nicht besonders schwer.

Positiv fällt weiterhin auf: In allen drei Angebotspaketen ist die Erstellung eines Google MyBusiness Accounts Bestandteil. So bringt der Betreiber seine Marktplatzteilnehmer auch jenseits der eigenen Plattform auf einen Standard der Online-Sichtbarkeit. Mit einem deutlich sichtbaren „Händler-Impressum“ ist man rechtlich im sicheren Fahrwasser unterwegs.

Optimierungsbedarf

Dem Anspruch gleichwohl, auch Händler aus der Region auf die Plattform zu bringen, konnte noch nicht ausreichend Rechnung getragen werden. Bisher rekrutiert sich ein Großteil der Marktplatz-Teilnehmer aus Pforzheim. Außerdem steht die Lösung regional insbesondere mit dem Marktplatz „Illingen hat’s“ im Wettbewerb.

Immerhin hat der Verlag sein Geschäftsmodell angepasst und bietet nun ein Profilpaket an, in dem 50 statt wie anfangs nur 10 Produkte des Händlers platziert werden können. Für die kundenorientierte Ausrichtung im Sinne eines Multi-Vendor Online-Shops, der vor allem die Sortimentsbreite erhöhen sollte, reicht dies noch lange nicht. Bestimmte Suchanfragen laufen schlicht und ergreifend ins Leere.

Eine Veranstaltung, auf der das Verlagshaus ein erstes Zwischenfazit zur Plattform zog, war augenscheinlich nur mäßig besucht.

lokalschatz.de from Büro12 on Vimeo.