Die lokale Kampagne „Ich bin für Einkaufen in Bad Oldesloe“ wird digital mit einem Schaufenster-Portal gestützt. Kern der Aktion sind Testimonials, die sich für den lokalen Handel bekennen. Hauptelemente der digitalen Plattform sind ein Branchen- und Produktfilter sowie der Hinweis auf „Aktionen & Angebote“, die vonseiten der Akteure eingestellt werden können. 

Zum Start der Online-Plattform waren rund 50 Kaufleute und Dienstleister dabei. Die Umsetzung der Kampagne und Betrieb des Schaufensterportals liegt in der Verantwortung der Kommunikationsagentur prodibra.

Bewertung durch LocalCommerce.info

Ein genauer Blick auf das Schaufensterportal macht deutlich, dass man nicht wesentlich über einen Branchenbuchcharakter hinausgekommen ist. Zwar sind verschiedenste Branchen vertreten – vom klassischen Einzelhandelsfachgeschäft über eine Fahrschule bis zum Versicherungsmaklerbüro –, der in der Printgestaltung, Außenwerbung und generellen Ausrichtung der Kampagne Tütenkampagne, spürbare hohe Professionalisierungs- und Emotionalisierungsgrad findet sich online aber nicht wieder.

Die Rubrik „Aktionen & Angebote“ scheint nur spärlich befüllt. Eine einheitliche Bildsprache bei den einzelnen Händler- und Dienstleisterportraits fehlt ebenso wie die Verlinkung zum Social-Media-Auftritt der Kampagne auf Facebook. Dies stellt jedoch die sehr gut konzipierten Offline-Aktionen der Kampagne nicht in den Schatten.

Leider zeigt auch der Fall Oldesloe – siehe Bericht im Hamburger Abendblatt –, dass der lokale Handel besser an einem Strick (und zwar am gleichen Ende) ziehen sollte. Die Macherinnen der Kampagne, Nicole Brandstetter und Angela Dittmar, stehen vor Ort auch in der Kritik. Unterstützung vonseiten der Stadt fehlte nach Medienberichten lange Zeit ebenso wie eine geschlossene Händlerschaft hinter der Kampagne. Aber wer sich beim Thema Innenstadtbelebung in Lagerkämpfen der Händlerschaft verausgabt, hat wenig Energie um der digitalen Transformation mit adäquaten Lösungen zu begegnen.