Die Digitalstadt Darmstadt hat wie viele andere digitale City-Initiativen auch – sei es ein simples Online-Schaufensterportal für lokale Händler oder eine ambitionierte Smart-City-Strategie – damit zu kämpfen, dass die Digitalisierungsbemühungen in der Bevölkerung nur wenig Beachtung finden, im schlimmsten Falle gar missverstanden werden. Nun hat man mit der umtriebigen Wirtschaftsinformatikerin, Kabarettistin und Keynote-Speakerin Prof. Dr. Elisabeth Heinemann ein neues Format in Sachen Informationsvermittlung gefunden: die Talkshow „Frau Professors digitale Runde“.

Technisch gesehen gingen die Bühnengespräche zwar in die Hose (übersteuerte Mikros, misslungene Facebook-Übertragung), konzeptionell aber überzeugte die Talkshow, der lt. Medienpartner Echo vor Ort rund 80 Zuhörer*innen beiwohnten, sehr wohl.

Nicht zuletzt die interessante Zusammensetzung der Runde und die kompetente Moderation machen die Talkshow nun zu einem sehens- und hörenswerten Stück Video auf Abruf (einzelne Episoden auf echo-online.de oder YouTube).

In der ersten Auflage der Talkshow waren die Bloggerin Marie Helene Anschütz, der pensionierte Pädagoge Bernhard S.T. Wolf, der Musiker Tobi Vorwerk und José David da Torre Suárez, Geschäftsführer der Digitalstadt Darmstadt GmbH, zu Gast. Sie alle samt Moderatorin verbindet vor allem eines: Bezug zur Stadt und eine Menge Vorstellung darüber, was Digitalisierung im Kern ausmacht. Zwar hätte man sich durchaus mehr Streit und tatsächliche Auseinandersetzung zu einzelnen Aspekten gewünscht, genauso wie die stärkere Einbindung des wie so oft äußerst schüchternen Publikums, aber unterm Strich darf das Experiment als gelungen bewertet werden.

Das Projektmanagement der Digitalstadt hat sich zwar schon einiges zur Öffentlichkeitsarbeit einfallen lassen, etwa die Digitalstadt-Arena, Stadtführungen, diverse kleinere Veranstaltungen und ein Online-Forum zu den Handlungsfeldern der Initiative (und in dem, wie zu erwarten war, bisher nur dürftig kommentiert wird). Das Format Talkshow könnte jedoch bei entsprechender medialer Reichweite mehr Bindungskräfte erzeugen als die bisherigen Maßnahmen. Hierzu muss aber auch in Sachen Bild-, Ton- und Übertragungsqualität eine Schippe drauf gelegt werden. Nichts ist irritierender als Topinhalte bei mäßiger Technik – erst recht, wenn es sich um eine Digitalstadt handelt.

Bei der fast zweistündigen Veranstaltung wurde deutlich, dass Transparenz, Öffentlichkeitsarbeit und Zielgruppenrelevanz resp. die Vermittlung des Bürgernutzens einer digitalen City-Initiative eine äußerst diffizile Angelegenheit ist. Und so sollte die Talkshow bei einer möglichen Fortführung abermals versuchen Digitalisierung „down to earth“ zu bringen. Die Moderatorin jedenfalls hätte die Fähigkeiten und sicherlich auch die Netzwerke dazu.

Der aus Sicht von LocalCommerce.info interessanteste Teil der Talkshow: