Mit einer sortimentsbezogenen Plakatkampagne wirbt die „Online City Wuppertal“ derzeit für Bücher. Nach einer kleinen Durststrecke auf dem Marktplatz in Sachen Lesestoff wurde wieder eine Händlerin mit 1,3 Mio. verfügbaren Titeln an den Online-Marktplatz angeschlossen: Buchhandlung Jürgensen aus Vohwinkel.

Bei einer Testbestellung auf der noch immer recht langsamen, im Frontend aber stark optimierten atalanda-Seite konnte ich auch feststellen, dass der Infrastrukturgeber den Checkout des Online-Marktplatzes optimiert hat.

Wermutstropfen und Ironie der Geschichte: Mein Buch „Local Commerce“, das ohne mein berufliches Engagement im Pilotprojekt „Online City Wuppertel“ (2013–2016) nicht hätte geschrieben werden können und in dem ich in Kap. 4 wesentlich auf die digitale City-Initiative aus der Schwebestadt eingehe, ist auf der Plattform nicht zu finden. Der Grund: Der Produktdatenstamm wird vermutlich über den Zwischenbuchhändler Libri eingespielt. Mein im Selfpublishing erschienenes Buch aber vertreibe ich (noch) nicht über das Barsortiment von Libri & Co., sondern direkt.

Dennoch ist klar und es ist mit Blick auf Local-Commerce-Vertriebskonzepte wichtig zu verstehen: Die wenigsten der 1,3 Mio. Bücher sind in der kleinen Vohwinkler Buchhandlung vorrätig. Über Nacht durch einen Zwischenbuchhändler geliefert, liegen Bestellungen bereits am nächsten Tag abholbereit im Geschäft oder werden eben durch den Fachhändler verschickt. Das sog. Barsortiment der Libri GmbH – es gibt auch andere Lieferanten – macht es möglich.

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels definiert das vertriebs- und lagerlogistische Prinzip folgendermaßen:

„Barsortimente bilden das Hintergrundlager des Bucheinzelhandels. Sie führen den größten Teil aller Titel der physischen deutschsprachigen Buchproduktion (…), mit denen sie im Durchschnitt 90 bis 98 Prozent des Bedarfs einer Sortimentsbuchhandlung abdecken.“ (Quelle: ABC des Zwischenbuchhandels).

Im konkreten Fall erhöht das gewiss mitunter die Dauer der Auslieferung bei nationalen Online-Bestellungen über das Online-Profil des Marktplatzteilnehmers. Denn dieser muss ja selbst erst Bücher bestellen. Würden diese Prozesse aber besser verzahnt, beispielsweise durch eine direkte Auslieferung über den Zwischenbuchhändler im Namen des lokalen Händlers, kann der Fachhandel tatsächlich ins Rennen gegen Amazon gehen – freilich mit Verlusten an der aus dem Stationärhandel gewohnten Marge.

Denn sowohl der Local-Commerce-Infrastrukturgeber als auch der Zwischenbuchhändler wollen etwas vom Kuchen. Allerdings lehne ich mich hier mit meinem Laienwissen über das Buchhandelsgeschäft lieber nicht allzuweit aus dem Fenster. Denn die hierzulande gültige Buchpreisbindung verkompliziert sicher den einen oder anderen Weg der Optimierung der Online-Bestellprozesse von Büchern.

Unterm Strich jedoch profitiert auch in Wuppertal der Kunde: Denn sowohl die taggleiche Lieferung innerhalb der Stadtmauern als auch die nationale Lieferung sind kostenfrei.