In einer älter werdenden Gesellschaft kommen Fragen auf, die Shopping-Center und Supermärkte in Fachmarktlagen nicht beantworten können. Wie kann die Nahversorgung für mobil eingeschränkte Personen aufrecht erhalten werden, erst recht wenn diese Personen in ihren eigenen vier Wänden ihren Lebensabend verbringen möchten? Der Local-Commerce-Infrastrukturgeber Lokaso arbeitet nun mit einer Wohngenossenschaft zusammen, um genau hier Lösungen zu schaffen.

Wie der WDR vom 23.03.2018 berichtet, ist der regionale Online-Marktplatz Lokaso, der vor eineinhalb Jahren in Siegen gestartet ist, Teil eines kooperativ angelegten Versorgungssystems der Wohngenossenschaft Südwestfalen (WGS). Zu diesem zählen selbstredend auch soziale Hilfsorganisationen wie die Caritas und der Malteser-Hilfsdienst, die Leistungen wie die Tagespfelge, Essen auf Rädern oder den Notrufknopf sicherstellen. Ziel ist es, älteren Mietern möglichst lange den Verbleib in der eigenen Wohnung zu ermöglichen.

Lokaso hat erkannt, dass der demografische Wandel einer der wichtigsten Treiber für Local-Commerce-Konzepte sein kann. Lokaler Versandhandel ist ein relevanter Baustein des „Ambient Assisted Living“. Man darf nun vor allem gespannt sein, wie Lokaso die Kommunikation des Online-Angebots der lokalen und regionalen Händler auf der Plattform für die ins Auge gefasste Klientel aufbereitet. Greift man auf bewährtes Papier zurück? Oder kann das Warenangebot barrierefrei über diverse Schnittstellen und Endgeräte kommuniziert werden? Gibt es womöglich kuratierte Warenkörbe, die die Auswahl für den Kunden erleichtern?

Wir erinnern uns: Auch die Wiener Nachbarschaftsplattform „imGrätzl“ sammelt bereits ähnliche Erfahrungen in einer Kooperation mit einem gemeinnützigen Bauträger. Das Kommunikationsangebot von „imGrätzl“ soll via Displays in die Hausflure gebracht werden.

Klar ist, mit der Kooperation mit Lokaso wird auch die Vertrauenskarte gespielt. Die adressierte Zielgruppe braucht weitestgehend nicht von Amazon Prime fern gehalten werden und dürfte dem Angebot lokaler Händler offen gegenüber stehen. Sie wird jedoch auch den lieb gewonnenen Discounter nicht missen wollen. Letztere wiederum zeichneten sich bisher nicht damit aus, Teil von Local-Commerce-Initiativen zu sein.