Werden hierzulande lokale Online-Marktplätze in Angriff genommen, fällt vor allem immer ein Name: atalanda. Nun allerdings kommt auch das Local-Commerce-Unternehmen Locamo in den Genuss, Infrastrukturgeber einer finanziell üppig ausgestatteten Digital-Initiative zu werden.

Die Stadt Weingarten ist eine von sieben Gewinnern eines Ideenwettbewerbs des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, der ganze 1,2 Millionen Euro Fördergeld schwer ist. Mit 200.000 Euro erhielt die Stadt im Südosten des Bundeslandes den Höchstbetrag aller Modellkommunen.

Um einen geeigneten Kooperationspartner für die IT-Infrastruktur zu finden, mussten die Verantwortlichen nicht weit reisen. Im benachbarten Ravensburg nämlich unternahm die Locamo GmbH & Co. KG ihre ersten Gehversuche in Sachen lokaler Online-Marktplatz, bevor sie sich dazu entschied, das Marktplatzmodell national, also ohne lokaler Landing-Page aufzusetzen.

Inwieweit das Locamo-Engagement in Weingarten nun als Rolle rückwärts zu werten ist, wird ganz davon abhängen, ob man sich dazu entscheidet Locamo auch als White-Label-Konstrukt à la atalanda in die Kommunen zu tragen. Laut Zitat des Geschäftsführers Markus Kapler in einem aktuellen Medienbericht über die Initiative sei Locamo „seit Wochen (…) intensiv damit beschäftigt, eine maßgeschneiderte Software zu stricken“.

Nach Weingarten jedenfalls hat man schon einmal den neuen Unternehmenssitz verlegt – im fünf Kilometer entfernten Ravensburg lag er vorher.