In den gegenwärtigen Diskussionen um digitale Städte, lokale Online-Marktplätze und Smart City kommen mitunter die ländlichen Regionen zu kurz. Aber auch sie werden auf kurz oder lang vom Internet als Wertschöpfungstreiber profitieren – vorausgesetzt, die Digitalisierung wird als kommunalstrategisches und standortpolitisches Thema ernst genommen.

Noch bewegen sich Landkreise im ländlichen Raum bei Digitalisierungsprojekten weitestgehend vor dem Hintergrund üppig ausgestatteter Förderkulissen oder Pilotprojekte. Einige Initiativen wie „Digitale Dörfer“ des Fraunhofer-Instituts in rheinland-pfälzischen Verbandsgemeinden, die bayerische Förderinitiative „Digitales Dorf“ oder das Nahversorgungsprojekt „Intelligente Marktplätze“ in Modellkommunen der LEADER-Region Neckartal-Odenwald sind aktuelle Beispiele hierfür.

Diese Pilotregionen sammeln wichtige positive wie negative Erfahrungswerte, die jedoch noch viel zu wenig in den politischen Gremien und Bürgermeisterstuben hierzulande zur Sprache kommen. Denn es mangelt dort vor allem an Organisationseinheiten wie einer „Stabsstelle für Digitalisierungsfragen“, die diese Informationen aufbereiten, in die politische Diskussion und Entscheidungsfindung vor Ort einbringen und letztlich auch die Umsetzung bestimmter Maßnahmen begleiten kann.

Bedarfsgerechte Digitalisierungsansätze im ländlichen Raum werden jedoch mittelfristig einen wichtigen Beitrag zur Lösung zentraler Probleme strukturarmer Standorte liefern: Landflucht, ärztliche Versorgung und Pflege, Nahversorgung, Mobilität, neue Arbeitsformen etc. Höchste Zeit also die digitale Transformation in Stadt, Region und Handel proaktiv im Rahmen einer kommunalen bzw. regionalen Digitalisierungsstrategie mitzugestalten.

Dieser Artikel wurde am 9. Mai 2018 erstmals in einer Kolumne für den Netzwerkpartner der Local Commerce Alliance „Die Umdenker“ publiziert. Das Unternehmen betreibt die appbasierte Informations- und Kommunikationsplattform CityKit in der Westpfalz.