Zwei wichtige Veranstaltungen für Einzelhändler, Stadtakteure, Citymanagement- und Stadtmarketingverantwortliche, die sich im Rahmen von digitalen City-Initiativen um Lösungen für den Innenstadthandel bemühen, stehen im Oktober an. Dummerweise liegen sie zeitlich sehr eng beieinander, so dass man sich wohl für die eine oder die andere entscheiden muss.

Deutsche Stadtmarketingbörse 2017 in Siegen

Vom 15. bis 17. Oktober 2017 lädt die Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland (bcsd) zur alljährlichen Stadtmarketingbörse. Gastgeber ist in diesem Jahr das südwestfälische Siegen. „City for Sale“ lautet das doppeldeutige Motto. Das eigentliche Kongressprogramm beginnt am Montag. Das Verhältnis von Innenstadt und Handel(sfunktion) wird von allen Seiten, insbesondere der städtebaulichen und stadtentwicklungsbezogenen Sicht beleuchtet. Zentrales Augenmerk wird am ersten Kongresstag auf den Verbindungen zwischen Tourismusmarketing, Citymanagement und Stadtmarketing liegen.

Das Vortragsprogramm am Dienstag hat thematisch seinen Schwerpunkt in Digitalisierungsstrategien von Stadt und Innenstadthandel.

  • So wird die Stadt Moers ihren Online-Ansatz für eine „innovative Kommunikations- und Handelsplattform“ vorstellen.
  • Andrea Weber, Geschäftsführerin der Stadtmarketing Bruchköbel, zieht eine Bilanz nach zwei Jahren „Marktplatz Bruchköbel“, hinter dem sich der Infrastrukturgeber SinkaCom AG verbirgt.
  • Lokaso stellt sein „regionales Web-Kaufhaus“ vor, das vor etwas mehr als einem Jahr in Siegen gestartet ist. Weil das Unternehmen um Patrick Schulte und Thimo Eckel einiges von Marketing versteht, lädt man interessierte Besucher der Stadtmarketingbörse auch gleich zu weiteren Infoveranstaltungen zum Marktplatzmodell von Lokaso nach der bcsd-Veranstaltung ein. Dabei wird es um das Vertriebskonzept des Infrastrukturgebers gehen, welche neuen Betreiberregionen am Start sind und man erhält Einblicke in die logistischen Prozesse der regionalen Lieferung.
  • CIMA-Geschäftsführer Roland Wölfel gibt wieder einmal einen Überblick über „digitale Citymarketing-Initiativen“ und es wird hier sicherlich mit einigen Erkenntnissen aus den bayerischen Pilotstädten Günzburg, Coburg und Pfaffenhofen zu rechnen sein.
  • Das Einzelhandelslabor Südwestfalen wird von Dr. Gerhard Wagner vorgestellt, der mit seinem Marketing-Lehrstuhl an der Universität Siegen Partner der regionalen Forschungs- und Weiterbildungsinitiative ist.
  • Ob die Moralkampagne „Heimat shoppen“ erfolgreich ist, verrät Marco Butz. Er ist Leiter des Referats Hochschule/Wirtschaft und Einzelhandel sowie Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der IHK Siegen.
  • Beendet wird der zweite Kongresstag mit einem „Handlungsleitfaden“ zum „digitalen Gesicht der Stadt“, den die Stadt Braunschweig hat erstellen lassen.

Das Exkursionsprogramm („Die Uni kommt in die Stadt“) findet bereits am Sonntag, den 15. Oktober, statt. Für die gesamte Veranstaltung sind Kombitickets, aber auch Tagestickets erhältlich. Die Preise liegen zwischen 149 Euro und 558 Euro. bcsd-Mitglieder zahlen weniger.

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RID Zukunftskongress in München

Einen klaren Einzelhandelsbezug hat der alljährliche RID Zukunftskongress, der von der RID Stiftung am 18. Oktober 2017 in München veranstaltet wird. Der Vorständin Michaela Pichlbauer ist es gelungen, den Event auch in diesem Jahr zum Pflichtprogramm nicht nur für bayerische Akteure aus Stadt und Innenstadthandel zu machen.

Besonders spannend wird nicht nur sein zu erfahren, wer der Preisträger des Innovationswettbewerbs „Handel im Wandel“ ist. Mit dem Aufeinandertreffen von Prof. Dr. Heinemann und Andreas Haderlein – der eine geistiger Vater von „Mönchengladbach bei eBay“, der andere Impulsgeber der „Online City Wuppertal“ und Gründer der Plattform LocalCommerce.info – darf man auf ein ebenso reibungsvolles wie erkenntnisreiches Wortduell hoffen, zumal die Veranstalter hierfür ein besonderes Format gewählt haben.

Die sog. Intelligence²-Debatte, der außerdem Karin Engelhardt, Stabsstelle E-Government der Stadt Coburg, und Dr. Ulrich Schückhaus, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Mönchengladbach GmbH, beiwohnen, wird sich in einer Pro-Contra-Diskussion um die Hypothese drehen „Internet-Kunden denken nicht lokal“. In der Ankündigung heißt es:

„In einem spannenden Format diskutieren vier Expert_innen über Zukunftslösungen vor dem Hintergrund ihrer spezifischen Erfahrungen in Wuppertal, Mönchengladbach und Coburg. Hat die klassische Einkaufsstadt überhaupt noch eine Zukunft? Fühlen sich Kunden angesichts der Internet-Entwicklungen überhaupt noch an den lokalen Handel gebunden? Initiativen wie die „Digitale Einkaufsstadt“ sollen dem lokalen Handel auch im Netz Sichtbarkeit verleihen. Wie sieht der richtige Weg aus?“

Darüber hinaus werden am Nachmittag in sechs parallelen Sessions einzelhandelsfokussierte Themen in Workshops behandelt. Auch hier dominiert die digitale Transformation in Stadt und Innenstadthandel die Agenda:

  1. Der digitale Kunde als zentraler Erfolgsfaktor für den Handel
  2. Erfolgreich trotz rückläufiger Frequenzen
  3. Künstlich bedient! Chatbots und digitale Assistenten – Hype oder Disruption des Handels?“Der digitale Kunde als zentraler Erfolgsfaktor für den Handel
  4. Baustelle Innenstadt – Operation gelungen – Patient doch NICHT tot – Rezepte für den Handel
  5. Erlebnis Fashion-Shopping – Antworten auf den Online-Handel
  6. Unternehmenswachstum durch Weiterbildung: Teilnehmer_innen der Rid-Premium-Programme berichten

Die Teilnahmegebühr beträgt 490 Euro.

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