RoPo-Effekte (Research online, purchase offline) messbar zu machen, ist derzeit so etwas wie der Heilige Gral der Retail-Branche. Verständlich, zumal die Omni-Channel-Marketeers wissen wollen, ob sich die in Online-Werbung, Social-Media-Kampagnen, SEO oder Location-based-Services investierten Werbebudgets auch wirklich lohnen, Frequenzen in und vor dem stationären Geschäft und Conversions an der handfesten Kassentheke erzeugen. Nun hat sich auch Bonial Deutschland, das mit kaufDA Prospekte auf PCs, Smartphones und Tablets bringt, auf die Suche nach dem Heiligen Gral gemacht.

Seien es Facebook mit „Location Awareness Ads“ und einer „Offline Conversion“-API, Google mit seinem O2S-Ansatz (Online-to-Store), den „Local Inventory Ads“ und „MyBusiness“-Präsenzen, Beacon-Technologie-Start-ups, die versuchen die Wirksamkeit mobiler Kundenbindungswerkzeuge herauszustellen, oder Unternehmen wie das US-amerikanische Zenreach, das CRM- und Marketing-Lösungen auf Basis von Wifi anbietet – sie alle haben ein Ziel: den Beweis zu erbringen, dass eine erhöhte digitale Sichtbarkeit positive Auswirkungen auf stationäre Umsätze hat.

Wir wissen heute: Drei Viertel aller deutschen Internetnutzer suchen lokal relevante Informationen über eine Online-Suchmaschine, zuvorderst über Google. Gut jeder vierte Nutzer trifft seine Kaufentscheidung im Internet, kauft dann aber vor Ort (Quelle: The Consumer Barometer Survey, 2014/15). Auch auf dem lokalen Online-Marktplatz der Online City Wuppertal sind RoPo-Effekte entlang der Menge der online sichtbaren Produkte des einzelnen Händlers feststellbar. Darüber hinaus erhöht die steigende Nutzung mobiler Endgeräte den „Local-Faktor“ des Internets. Offline- und Online-Welt durchdringen sich zusehends. Aber diese Durchdringung ist nur schwer messbar, zumal sich Nutzer und Kunden immer auch ein Stück weit digital „ausziehen“ müssen und spezifischen Datenübermittlungen – seien sie auch noch so anonymisiert – zustimmen müssen, um ihr Online-offline-Kaufverhalten valide messbar zu machen, neudeutsch: zu „tracken“.

Auch Bonial weiß, dass man nur durch seriöse Messung an die Werbeetats der Unternehmen herankommt. Und so singt die zur Axel Springer SE gehörende Bonial Unternehmensgruppe in einer aktuellen Pressemitteilung das Hohelied auf Geofencing-Technologie und die „umfänglichsten und differenziertesten Informationen über die Wirkung des mobilen digitalen Prospekts“. Mit einer durch das Marktforschungsunternehmen Nielsen bestätigten Messmethodik gelang es, eine dramatische Erhöhung der Besucherfrequenz in Läden mit mobil geschalteter digitaler Prospektwerbung nachzuweisen. Ist das der Gral?

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Bild: Bonial international GmbH